26.4.06

Stimme aus der Steinzeit

Bild.T-Online.de - News & Nachrichten - Post von Wagner:
"Meine Mutter hatte keinen Sex. Meine Mutter war eine Löwin."
Effjott! Welch erschütterndes Bekenntnis! Damit ist klar, was ich schon immer vermutet habe. Wenn man der Wikipedia Glauben schenken darf, stammen Sie tatsächlich aus der gleichen Zeit wie Ihre Ansichten: "Die ersten entstandenen Lebewesen vermehrten sich ungeschlechtlich. Erst im späten Proterozoikum (vor etwa 700-800 Millionen Jahren) trat geschlechtliche Fortpflanzung auf."

25.4.06

Supper-Deppenapostroph

Der Preis für den dämlichsten Apostrophsmißbrauch geht an die Mago-Filiale am Berliner Theodor-Heuss-Platz für das schlicht atemberaubende: "Hier Eintopf wie bei Mutter'n!" Da neigt der Spracharbeiter sein Haupt in Demut und lispelt "Viele'n Da'nk!"

13.4.06

Tür zu!

Außergewöhnliche Verzweiflung logistischer und sprachlicher Natur weht mich immer an, wenn ich die Filiale der Dresdner Bank am Berliner Theodor-Heuss-Platz aufsuche. Meistens ist die Bank geschlossen, wenn ich Zugang zu ihrem Geldautomaten begehre, und so blinkt folgerichtig ein kleines Display neben der geschlossenen Tür ein kleines, auf einen Kartenschlitz verweisendes Display: „Bitte EC-Karte einführen!“
So weit wäre ja alles gut und einsichtig, wenn die Linguisten von der Dresdner Bank nicht direkt unter den Schlitz einen Aufkleber praktiziert hätten: „Für Zugang zum Foyer bitte EC-Karte einstecken!“ Ja, wie denn nun? Ich soll meine soeben gezückte EC-Karte wieder einstecken, um Zugang zum Foyer zu erhalten? Ja, woher soll denn irgendjemand erfahren, dass ich Zugang zum Foyer begehre, wenn ich sie mir nichts dir nichts wieder einstecke, ohne sie in den Schlitz zu stecken?
Selbstverständlich stecke ich meine EC-Karte jedesmal nicht wieder ein, sondern in besagten Schlitz, und selbstverständlich schnurrt alsbald der Türsummer, um mir zu signalisieren, dass ich das Foyer betreten kann. Wie haben die geistigen Hilfszwerge aber ihr Display programmiert? Wenn der Türsummer schnurrt, zeigt es „Tür offen – bitte eintreten!“ an.
Ihr Denk-Kräppel! Wenn die Tür offen ist, muss ich Sie doch nicht eintreten!
Ich weiß nicht, was mich mehr ärgert: Die Dämlichkeit von Display und Schild oder die humorlose Begriffsstutzigkeit, mit der die Dresdner Banker reagieren, wenn man sie drauf hinweist.

9.4.06

Al Qaida gibt sich den Google!

Bild.T-Online.de - Terror-Gefahr durch Google bei WM:
"Das meint zumindest Frank Dieter Matschke, der schon Sicherheitsberater der Olympischen Spiele 1972 in München war. Der Dienst liefert Satellitenbilder und genaue Koordinaten der WM-Stadien, die von Terroristen zur Steuerung von Kurzstreckenraketen genutzt werden könnten. "

Um Himmelswillen, BILD hat mal wieder recht! Aber BILD denkt - wie meist - nicht weit genug! Was ist mit GPS-Geräten? FALK-Plänen? Meinem alten Schüler-Atlas? Ich fordere die Verantwortlichen auf, endlich aufzuwachen, und im Interesse der Sicherheit sämtliche Navigationsgeräte und meinen alten Shell-Atlas aus dem Jahr 1989 zu konfiszieren, In den Händen eines Terroristen kann mein Shell-Atlas zu einer tödlichen Waffe werden!

8.4.06

Unheiliger Geist

Ich erinnere mich noch ziemlich gut an meinen ersten Leder-Fußball. Ich war sieben Jahre alt, als meine liebe Mutter mit mir zu Sport-Beyer (dem einzigen Sportgeschäft in meiner Heimatstadt) ging und mir dort einen sogenannten "Fernsehball" kaufte, also einen aus weißen und schwarzen Leder-Sechsecken zusammengenähten Ball. Wir wollten damals alle "Fernsehbälle" haben, weil die viel schicker waren als die ollen braunen Lederkugeln. Und weil die meisten Bundesliga-Spiele auch mit diesen Fernsehbällen ausgetragen wurden. Sport-Beyer hatte zwei Modelle vorrätig, eins zu 25 und eins zu 40 DM. Herr Beyer machte meine Mutter und mich auf die deutlich bessere Verarbeitung der 40-DM-Kugel aufmerksam und meinte, dass dieser Ball viel länger halten würde als der andere. Nach längerem Überlegen und meinem Drängeln entschied sich meine Mutter schließlich für die teurere Variante, obwohl sie nicht so viel Geld hatte ausgeben wollen.
Für 40 DM bekam man damals wirklich allerlei, z.B. eine unkaputtbare kurze Lederhose, die ich zwei Jahre lang tragen konnte, bis ich aus ihr herausgewachsen war. Oder zwei Langspielplatten. Für 40 DM konnte man auch mit 4 oder gar 5 Personen sehr gut bürgerlich Essen gehen.
Doch 40 DM sind nun wirklich nichts gegen diese absolut obszönen 110 €, die die Drei-Streifen-Fuzzis für den offiziellen WM-Ball haben wollen. Und dieses Abzock-Objekt dann auch noch "Teamgeist" zu nennen... ja, ist das nun zynisch? Oder blöde? Oder dummdreist? Vermutlich alles auf einmal.