13.4.06

Tür zu!

Außergewöhnliche Verzweiflung logistischer und sprachlicher Natur weht mich immer an, wenn ich die Filiale der Dresdner Bank am Berliner Theodor-Heuss-Platz aufsuche. Meistens ist die Bank geschlossen, wenn ich Zugang zu ihrem Geldautomaten begehre, und so blinkt folgerichtig ein kleines Display neben der geschlossenen Tür ein kleines, auf einen Kartenschlitz verweisendes Display: „Bitte EC-Karte einführen!“
So weit wäre ja alles gut und einsichtig, wenn die Linguisten von der Dresdner Bank nicht direkt unter den Schlitz einen Aufkleber praktiziert hätten: „Für Zugang zum Foyer bitte EC-Karte einstecken!“ Ja, wie denn nun? Ich soll meine soeben gezückte EC-Karte wieder einstecken, um Zugang zum Foyer zu erhalten? Ja, woher soll denn irgendjemand erfahren, dass ich Zugang zum Foyer begehre, wenn ich sie mir nichts dir nichts wieder einstecke, ohne sie in den Schlitz zu stecken?
Selbstverständlich stecke ich meine EC-Karte jedesmal nicht wieder ein, sondern in besagten Schlitz, und selbstverständlich schnurrt alsbald der Türsummer, um mir zu signalisieren, dass ich das Foyer betreten kann. Wie haben die geistigen Hilfszwerge aber ihr Display programmiert? Wenn der Türsummer schnurrt, zeigt es „Tür offen – bitte eintreten!“ an.
Ihr Denk-Kräppel! Wenn die Tür offen ist, muss ich Sie doch nicht eintreten!
Ich weiß nicht, was mich mehr ärgert: Die Dämlichkeit von Display und Schild oder die humorlose Begriffsstutzigkeit, mit der die Dresdner Banker reagieren, wenn man sie drauf hinweist.

1 Comments:

Anonymous Kookaburra said...

Die Welt ist klein! Habe mittels Google nach Ömmes Z. gesucht und fand die Homepage von ChrisK und darüber dann auch deine Blogs. Werde sicherlich öfter mal vorbeischauen, ähm, ich meine draufschauen.

Ist lustig, dass du gerade über den Zugang zum Geldautomaten sinnierst. Ich habe nämlich kürzlich einen Song über Geldautomaten geschrieben.

Du hast da 'nen Tippfehler ("einstrecken"), der den Witz leider etwas bremst.

Man sieht sich bei Berlins bester Online-Zeitung ;-)

14 April, 2006  

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