13.9.06

Rauschenbach - der Titan

Der Lieblingsgrieche mit den leckeren Faßweinen und dem besten gebratenen Tintenfisch Berlins ist jetzt auch Premiere-Sportsbar, und so kam ich gestern beim Abendessen in den Genuß der Premiere-Konferenz der Champions-League. Und während vollkommen verwechselbare Stimmen die Mikrofone mit austauschbare Floskeln vollquallten, machte mich der Gratis-Ouzo (Nochmals danke, Chefin!) sentimental und ich mußte an Zeiten denken, als es im Fernsehen noch Sportjournalismus gab... Nein, das was heute in der Sportschau läuft, ist eben kein Journalismus. Da wird ein Produkt - die Bundesliga - vermarktet, das der Sender teuer erworben hat. Wie dem auch sei, plötzlich hatte ich ihn wieder im Ohr - Hans-Joachim Rauschenbach, Sportschau-Moderator und Hockey- Eiskunstlauf- und Boxreporter ohnegleichen! Der Mann, der Sprachbilder, die ein Werner Hansch nur unter schwersten Originalitätskrämpfen gebiert, nur so aus dem Ärmel schüttelte. Einmalig, wie er die EM-Kür des damaligen Eiskunstläufers Rudi Cerne (ja, genau der,der jetzt das ZDF unsicher macht) ankündigte: "Und jetzt, meine Damen und Herren, kommt Rudi Cerne. Machen wir uns nichts vor: In dieser Konkurrenz hat er so viel Chancen wie ein Schneeball im Hochofen!" Unvergessen die größte Anmoderation aller Zeiten, die Rauschenbach bei der Fußball-WM 86 in Mexiko (als wir alle lernten, dass es Mechiko heißt) zu mitternächtlicher Stunde anläßlich eines Vorrundenspiels der Gruppe F glückte: "Und jetzt kommen wir zu Polen gegen Marokko. Marokko steht für die Dattel, und Polen, das sind die Krakauer Würstchen. Würstchen haben einen Zipfel und Datteln einen Kern, wollen mal sehen, was dabei rauskommt!"

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